Das Ende der Trash-Beiträge?

Jeder gute ESC-Fan erinnert sich noch an Beiträge, die mehr Witz als Ernst verkörperten und dennoch am Eurovision Song Contest immer wieder teilnahmen und eine willkommene Abwechslung von den üblichen Teilnehmern bildeten.
Seinen Höhepunkt aber fanden diese Beiträge erst in dem vergangenen Jahrzehnt. In dem Jahrzehnt des Diaspora-Votings und der damit einhergehenden Frustration der alteingesessenen Länder, sowie den erfolgten Veränderungen.
Beispiele gibt es einige:

Es war sogar der United Kingdom darunter.

Flying the Flag“ von Scooch aus dem Jahr 2007 war wohl kaum ein ernstzunehmender Beitrag und landete auf dem 23. Platz. In einem Teilnehmerfeld von 24 Startern.
Und trotz der schlechten Platzierung ist der Song bei mir wunderbar im Gedächtnis geblieben. Perfekt geeignet zum mitmachen und mitsingen, einfach ein Gute-Laune-Garant.
Ich hatte mich damals sehr über diesen Song gefreut, auch wenn er Ernsthaftigkeit vermissen ließ und daher nur auf dem vorletzten Platz ins Ziel kam.

Aber der United Kingdom blieb nicht das einzige Land der Big Four, welches sich nicht mehr anders zu helfen wusste um bessere Platzierungen zu erreichen. Auch Spanien versuchte es 2008 mit Rodolfo Chikilicuatre und seinem humoristisch-parodistischen Auftritt mit „Baila el Chiki Chili“.

Und man konnte sich beileibe nicht beschweren. An diesem ESC-Abend sprang für Spanien die beste Platzierung seit 2004 heraus, ein 16. Platz in einem Feld von 24 Teilnehmern.
Auch bei diesem Auftritt kam das Amüsement des Zusehers nicht zu kurz.

Der Gipfel und die Krönung des absoluten ESC-Trahses aber war, wie schon Sooch im Jahre 2007.
Der unvergessene und legendäre Auftritt von Verka Serduchka mit „Dancing Lasha Tumbai“ für die Ukraine.

Ein Song, der nichtmal einen text besaß, sondern rein auf Wortfetzen aufbaute, eine Verkeildung, die weniger an den Eurovision Song Contest, als an eine „Mission to Mars“ erinnerte und ein Gesang, der wohl nicht auf Töne ausgerichtet war.
Und dennoch hatte es alles, was eine geniale Performance ausmacht: Kostüme. Unterhaltung, eingängige Melodie, Glamour und Extravaganz.
Am Ende stand ein zweiter Platz mit nur 33 Punkten Rückstand.

Diese Art von Songs haben stets den Song Contest bereichert, doch wer sich in den letzten beiden Jahren nach solchen Titeln umgesehen hat, der wird wohl nicht fündig geworden sein.
Seit der Einführung des Jury-Votes im Jahr 2009 ist die Zahl dieser so unterhaltsamen Beiträge stark zurückgegangen. Die Beiträge, die noch antreten sind entweder harmlos oder scheitern bereits im Halbfinale.
Ich bin aber zuversichtlich, dass sich auch das wieder ändern wird, genau so, wie alles mit der Zeit kommt und geht, wird auch die Zeit dieser Beiträge irgendwann wieder kommen.
Denn jetzt wo bewiesen wurde, dass dank der Jury auch wieder westeuropäische Länder gewinnen können und das auch tun, wird man bald guten Gewissens die damaligeAblehnung gegen diese Beiträge – als Trash verschrien – fallen lassen können und hoffentlich ihre Rückkehr in die bunte Welt des ESC feiern.

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~ von escgermany - 14. Juni 2010.

3 Antworten to “Das Ende der Trash-Beiträge?”

  1. Na ja, stimmt nicht so ganz! Im vorletzten Jahr war der bosnische Beitag sehr komisch: Laka mit“ Pokusaj“. und 2009 hatte Deutschland ja auch Komik zu bieten. Oder war das etwa ernst gemeint? Das war doch Trash in Reinkultur. Dann gab es da doch noch das grüne Männchen aus Albanien, von dem n iemand weiß; was der da wollte… ( Vielleicht war der auch aus dem Publikum eingemogelt?!)
    Soll meinen: Trash hat es, gibt es und wird es immer geben! Da brauchen wir uns keine Sorgen machen. In diesem Jahr wären doch die “ Butterfliegen“ aus Weißrussland als Trash zu bezeichnen, oder?

  2. Wie man es nimmt. Ich fand die „Butterflies“ aus diesem Jahr keinen Trash, sondern eine ziemlich… nette Komposition.
    So ein Beitrag, der richtig am Ernst vorbeiging, hat dieses Jahr in meinen Augen schon gefehlt. 😉

  3. Na ja, nett ist ja bekanntlich die kleine Schwester von Sch…, aber wenn es dir gefällt, ist das gut so. Mir gefiel es leider nicht, so habe ich es humoresk betrachtet, um das Beste draus zu machen.

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